Coaching hat sich in den letzten Jahren zu einem unverzichtbaren Werkzeug für persönliche und berufliche Weiterentwicklung entwickelt. Das Jahr 2025 bringt dabei spannende Entwicklungen.
Diese eröffnen Freelancer:innen neue Chancen, sich als Coaches erfolgreicher zu etablieren oder Coaching gezielt für die eigene Weiterentwicklung zu nutzen. Welche Trends du unbedingt kennen solltest, ob als Coach oder als Klient:in, erfährst du in diesem Überblick.
Trend #1: Digitales Coaching
Die Corona-Pandemie hat das Coaching nachhaltig verändert. Online-Coaching, das einst die Ausnahme war, hat sich etabliert und wird immer beliebter. Es bietet insbesondere Freelancer:innen neue Möglichkeiten, sich professionell weiterzuentwickeln.
Vorteile des digitalen Coachings
Ortsunabhängigkeit: Coaches und Klienten können über geografische Grenzen hinweg zusammenarbeiten – ob im Homeoffice oder unterwegs.
Flexibilität: Sessions lassen sich nahtlos in den oft dynamischen Alltag von Freelancer:innen integrieren.
Personalisierung: Mithilfe von KI und Datenanalysen können Programme individuell angepasst werden.
Skalierbarkeit: Digitale Plattformen ermöglichen es, mehr Klienten zu erreichen, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen.
Wichtige Tools und Technologien
Video-Chat-Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams für persönliche Gespräche.
Virtuelle Arbeitsräume wie Trello oder Slack zur Organisation und Zielsetzung.
KI-Tools und Chatbots für personalisierte Empfehlungen und Datenanalysen.
Coaching-Apps und digitale Inhaltsbibliotheken zur kontinuierlichen Unterstützung.
💡Tipp von Accountable: Hybride Ansätze kombinieren digitale Formate mit persönlichen Treffen und verbinden Flexibilität mit der Tiefe von Präsenz-Sessions. Dieser Ansatz wird zunehmend zum Standard, da er die Vorteile beider Welten vereint.
Im Coaching wird Spezialisierung zunehmend zum Erfolgsfaktor. Immer mehr Coaches konzentrieren sich auf spezifische Nischen, um Klienten gezielt bei ihren individuellen Herausforderungen zu unterstützen. Mehrere Gründe sprechen für diese Entwicklung:
Klienten suchen Coaches, die ihre speziellen Bedürfnisse verstehen und individuell darauf eingehen können.
Eine klare Positionierung schafft Vertrauen und hebt Coaches von der breiten Masse ab.
Spezialisierte Ansätze bieten maßgeschneiderte Lösungen, die schneller zum Erfolg führen.
Beispiele für spezialisierte Coaching-Nischen
Coaching für Solopreneur:innen: Zeitmanagement, Kundenakquise, Work-Life-Balance
Systemisches Business Coaching: Unterstützung von Führungskräften und Mitarbeiter:innen in Unternehmen bei Veränderungsprozessen und der Entwicklung von Führungskompetenzen
Digitales Transformations-Coaching: Coaches unterstützen Unternehmen und Einzelpersonen bei der Bewältigung der digitalen Transformation und der Integration neuer Technologien
Coaching für den öffentlichen Dienst und Non-Profit-Organisationen: Zwei spannende Bereiche, die momentan einen wachsenden Bedarf an Coaching-Angeboten aufzeigen
Coaching für die IT/Software-Branche: Ein weiterer Bereich mit steigendem Coaching-Bedarf, insbesondere im Kontext von Führung und Teammanagement in technologiegetriebenen Umgebungen
Trend #3: Stärkerer Fokus auf mentale Gesundheit
Mentale Gesundheit wird immer mehr zu einem zentralen Thema – im Alltag genauso wie im Berufsleben. Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) haben ermittelt, dass pro Jahr etwa 12 Milliarden Arbeitstage aufgrund von Depressionen und Angstzuständen verloren gehen. Der wirtschaftliche Schaden ist immens und beläuft sich weltweit auf etwa eine Billion US-Dollar. Doch was kann konkret getan werden, um diesem Trend entgegenzuwirken? Mental Coaching bietet eine praktische und wirkungsvolle Lösung.
💡Tipp von Accountable: Mentale Gesundheit rückt auch in Deutschland zunehmend in den Fokus, da der Arbeitsplatz für viele Menschen ein zentraler Stressfaktor ist. Laut einer Studie der Krankenkasse Pronova BKK sehen sich 61 % der Arbeitnehmer:innen gefährdet, an Überlastung zu erkranken.
Was Coaching konkret für mehr mentale Gesundheit bewirken kann
Stressmanagement: Coaches vermitteln Techniken wie Atemübungen oder Achtsamkeitsmethoden, um Stress im Alltag aktiv zu reduzieren.
Selbstreflexion: Individuell angeleitete Reflexionsprozesse helfen, persönliche Stressfaktoren zu erkennen und anzugehen.
Visualisierung: Praktische Übungen, die Ziele oder Lösungswege bildlich erlebbar machen, steigern Motivation und Resilienz.
Trend #4: Mehr Sinn und Verantwortung
Nachhaltigkeit und Sinnorientierung („Purpose“) stehen immer stärker im Fokus – nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im individuellen Wachstum. Viele Menschen suchen nach Wegen, wie sie ihre Werte mit ihrem beruflichen und persönlichen Leben in Einklang bringen können. Coaching, das gezielt auf Nachhaltigkeit und Purpose ausgerichtet ist, bietet hierfür wertvolle Unterstützung.
Wie Coaching Nachhaltigkeit und Purpose fördert
Werte- und Zielarbeit: Ein Klient erkennt, dass ihm Umweltschutz besonders am Herzen liegt, und sucht nach Wegen, wie er in seinem Job als Marketingmanager nachhaltigere Strategien integrieren kann.
Nachhaltigkeitsstrategien: Eine Führungskraft entwickelt mit einem Coach ein Konzept, um den CO₂-Fußabdruck ihres Teams zu reduzieren, indem sie Geschäftsreisen durch digitale Meetings ersetzt.
Purpose-Entwicklung: Ein Freelancer erkennt im Coaching, dass er mehr Sinn in seiner Arbeit sucht. Durchs Coaching findet er seinen „inneren Kompass“ und beginnt, sich auf Projekte mit sozialen oder ökologischen Schwerpunkten zu konzentrieren.
Trend #5: Evidenzbasiertes Coaching
Die Coaching-Branche entwickelt sich stetig weiter, und mit ihr die Ansprüche der Klienten. Immer häufiger suchen Menschen nach evidenzbasierten Ansätzen, die auffundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Der Wunsch nach messbaren Ergebnissen und validierten Methoden (z. B. aus Psychologie, Verhaltensforschung und Neurowissenschaften) verändert nicht nur die Erwartungen der Klienten, sondern auch die Arbeit von Coaches.
Beispiele für evidenzbasierte Methoden im Coaching
Kognitive Verhaltenstherapie (CBT): CBT-Techniken helfen Klienten, negative Denkmuster zu erkennen und durch positive, lösungsorientierte Gedanken zu ersetzen.
Motivationsforschung: Methoden wie die Self-Determination Theory (Theorie der Selbstbestimmung) helfen Klienten, intrinsische Motivation zu fördern.
Neurowissenschaften: Erkenntnisse aus der Gehirnforschung werden genutzt, um z. B. Stressbewältigung (Achtsamkeitstechniken, Konzentrationsförderung) oder Entscheidungsfindung zu optimieren.
Positive Psychologie: Ansätze wie „Strengths-Based Coaching“ konzentrieren sich darauf, Stärken und Ressourcen von Klienten, z. B. Empathie und Kreativität, gezielt zu fördern.
Trend #6: Generationenübergreifendes Coaching
Am Arbeitsplatz treffen heute mehr Altersgruppen aufeinander als jemals zuvor. Mit bis zu fünf Generationen in einem Unternehmen – von den Traditionalisten der 1940er-Jahre bis hin zur Gen Z der 2000er-Jahre – ergeben sich vielfältige Chancen (unterschiedliche Perspektiven, Vielfalt an Kompetenzen), aber auch Herausforderungen (z. B. unterschiedliche Erwartungen an Flexibilität oder Stabilität). Die Bedürfnisse und Perspektiven dieser Generationen sind unterschiedlich, und genau hier setzt generationenübergreifendes Coaching an.
Coaching-Ansätze für eine generationenübergreifende Zusammenarbeit
Förderung von gegenseitigem Verständnis: Coaches helfen Teams, die Perspektiven und Arbeitsweisen anderer Generationen besser zu verstehen und wertzuschätzen.
Zwei-Wege-Mentorship: Generationen lernen voneinander. Ältere Mitarbeitende teilen ihre Erfahrung, während jüngere technologische Kompetenzen oder neue Denkansätze einbringen.
Aktives Zuhören und offene Kommunikation: Coaches fördern einen Raum, in dem sich alle Generationen sicher fühlen, ihre Meinungen und Vorschläge einzubringen.
Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen: Coaches entwickeln maßgeschneiderte Strategien, die auf die Lebensphasen und Ziele der einzelnen Generationen abgestimmt sind.
Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.