fbpx
Kostenlos testen

EKS-Anlage ausfüllen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Selbstständige & Freelancer

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: April 3, 2025

Lesezeit: 7 Minuten

Logo RB

Selbstständig zu arbeiten bringt viel Freiheit – aber manchmal auch finanzielle Unsicherheit. Gerade in Phasen mit wenigen Aufträgen, in der Gründungszeit oder bei Krankheit kann es schwer sein, den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. In solchen Fällen kannst du als Selbstständige:r Bürgergeld beantragen und damit Unterstützung vom Jobcenter erhalten.

Ein zentraler Bestandteil des Antrags ist die sogenannte EKS-Anlage („Erklärung zum Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit“). Dieses Formular hilft dem Jobcenter dabei zu verstehen, wie viel du verdienst, welche Ausgaben du hast und wie sich dein Einkommen voraussichtlich entwickelt.

Damit dich das Ausfüllen der EKS nicht abschreckt, findest du hier eine praxisnahe Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wir erklären, was du eintragen musst, wie die Berechnung funktioniert und worauf du achten solltest – verständlich erklärt und mit Beispielrechnung, Tipps und häufigen Fehlerquellen. So stellst du sicher, dass dein Antrag korrekt ist und schnell bearbeitet wird.

Bürgergeld für Selbstständige: Wann hilft dir das Jobcenter & hast du Anspruch?

Auch als Selbstständige:r kannst du Bürgergeld beantragen, wenn dein Einkommen nicht ausreicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken. Gründe dafür gibt es viele: ein vorübergehender Umsatzeinbruch, die Gründungsphase oder persönliche Herausforderungen wie Krankheit. Voraussetzung ist, dass du hilfebedürftig und erwerbsfähig bist und in Deutschland lebst. Das Jobcenter übernimmt dann nicht nur die Grundsicherung, sondern ggf. auch Miet- und Heizkosten sowie besonderen Mehrbedarf.

➡️ Hier erklären wir dir, was du alles beachten musst, wenn du als Selbstständige:r Bürgergeld beantragen willst.  

EKS-Anlage ausfüllen: Angaben zu Person und Selbstständigkeit, Punkte 1–7

Bevor das Jobcenter deine finanzielle Lage prüfen kann, musst du einige Angaben zu deiner Person und deiner Selbstständigkeit machen. Diese werden auf der ersten Seite des EKS-Antrags abgefragt.

1. Persönliche Daten der Antragstellerin/des Antragstellers

In diesem Abschnitt gibst du deine grundlegenden persönlichen Daten an:

  • Familienname und Vorname: z. B. „Schneider, Lara“
  • Geburtsdatum: im Format TT.MM.JJJJ, z. B. „22.08.1987“
  • Geschlecht: „männlich“, „weiblich“ oder „divers“
  • Nummer der Bedarfsgemeinschaft: Falls du diese vom Jobcenter schon erhalten hast, trag sie ein (z. B. „12345678“) – sonst leer lassen.

2. Die Angaben in dieser Anlage beziehen sich auf folgende Person

Dieser Abschnitt ist nur wichtig, wenn du die EKS nicht für dich selbst, sondern für jemand anderen ausfüllst (z. B. als gesetzliche:r Vertreter:in).

Wenn du sie für dich selbst ausfüllst, wiederhole einfach die Angaben aus Punkt 1.

3. Vorläufige oder abschließende Angaben?

Hier gibst du an, ob du:

  • vorläufige Angaben machst (z. B. weil der Zeitraum noch läuft und du mit Schätzwerten arbeitest), oder
  • abschließende Angaben (wenn der Zeitraum abgeschlossen ist und du konkrete Zahlen vorliegen hast)

💡Tipp von Accountable: Die meisten Selbstständigen füllen die EKS zunächst vorläufig aus. Nach Ablauf des Bewilligungszeitraums wirst du vom Jobcenter zur abschließenden EKS aufgefordert.

4. Bewilligungszeitraum

Trag hier den Zeitraum ein, für den du Bürgergeld beantragst oder erhalten hast.

  • Beispiel vorläufig: Wenn du im März den Antrag stellst, gibst du „01.03.2025 – 31.08.2025“ an (Antragsmonat plus fünf Monate).
  • Beispiel abschließend: Übernimm den Zeitraum aus dem letzten Bewilligungsbescheid, z. B. „01.01.2024 – 30.06.2024“

5. Angaben & Daten zur selbständigen Tätigkeit

5.1 Allgemeine Daten (nur bei vorläufigen Angaben nötig)

  • Gewerbe oder Tätigkeit: Schreib in kurzen Stichworten, was du machst – z. B. „Freie:r Webdesigner:in“ oder „Verkauf von Secondhand-Kleidung über Etsy“
  • Beginn der Tätigkeit: z. B. „01.11.2021“
  • Ende der Tätigkeit: Nur ausfüllen, wenn du dein Business beendet hast – sonst freilassen.
  • Rechtsform: z. B. „Einzelunternehmen“, „GbR“, „GmbH“
  • Betriebsstätte: Deine Geschäftsadresse oder der Ort, an dem du arbeitest – z. B. „Hauptstraße 5, 12345 Musterstadt“
  • Wohnung gewerblich genutzt? Falls du z. B. im Homeoffice arbeitest, gib an:
    • „1 Raum“
    • „12 m²“

5.2 Kostenfrei überlassene Produkte

Hast du z. B. technische Geräte, Möbel oder Software kostenlos bekommen (z. B. durch eine Förderung oder Schenkung) und nutzt sie für dein Business?

  • Art der Produkte: z. B. „Laptop, Drucker, Grafiktablet“
  • Wert in Euro: z. B. „Laptop – 700 €, Drucker – 200 €“
    Beifügen: Liste aller Produkte mit Wertschätzung

5.3 Personal

Falls du selbst Mitarbeitende beschäftigst (oder planst), kreuze das entsprechend an.

Beispiel:

  • „ja“ → wenn du z. B. eine Aushilfe auf Minijob-Basis beschäftigst
  • „nein“ → wenn du als Solo-Selbstständige:r arbeitest

6. Zuschüsse/Beihilfen

Nur relevant bei vorläufigen Angaben. Gib an, ob du z. B. folgende Fördermittel erhältst oder beantragt hast:

  • Lohnkostenzuschüsse
  • Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit
  • Zuschüsse vom Land, Bund oder anderen Stellen

Gib zu jedem Zuschuss an:

  • Von wem er gezahlt wird: z. B. „KfW, Jobcenter, Land NRW“
  • Seit wann du ihn bekommst (und ggf. bis wann): z. B. „seit 01.02.2024“
  • Höhe pro Monat: z. B. „300 € monatlich“
  • Falls noch beantragt: Datum der Antragstellung + Zeitraum, für den der Zuschuss beantragt ist

Folgende Dokumente musst du beifügen: Bescheide, Anträge oder Bestätigungen

7. Darlehen

Wenn du einen Kredit für dein Business aufgenommen hast (z. B. zur Finanzierung von Geräten oder einer Webseite), trage hier Folgendes ein:

  • Höhe des Darlehens: z. B. „5.000 €“
  • Datum des Geldeingangs: z. B. „15.01.2024“
  • Beginn der Rückzahlung: z. B. „01.04.2024“
  • Monatliche Tilgung: z. B. „200 €“
  • Wofür das Darlehen verwendet wurde: z. B. „Kauf von Kamera und Lichtequipment“

Folgende Dokumente musst du beifügen: Darlehensvertrag, Kontoauszüge, Investitionsnachweise

EKS-Anlage ausfüllen: Einnahmen, Ausgaben und Gewinn – Punkte A und B

Nach den allgemeinen Angaben zu deiner Person und Tätigkeit folgen nun die konkreten Zahlen zu deinem Geschäft. Dabei unterscheidet das Jobcenter klar zwischen Einnahmen (A) und Ausgaben (B). Diese Angaben machst du monatlich, jeweils für den Zeitraum aus Punkt 4 (Bewilligungszeitraum).

A – Angaben zu den Betriebseinnahmen

Hier trägst du alle Einnahmen ein, die dein Unternehmen im jeweiligen Monat erzielt – geschätzt (vorläufig) oder tatsächlich (abschließend).

Wichtig: Gib die Beträge netto an – also ohne Umsatzsteuer, es sei denn, du bist umsatzsteuerpflichtig.

Diese Felder musst du ausfüllen:

FeldWas gehört hier rein?Beispiel
A1 – BetriebseinnahmenAlle üblichen Einnahmen aus deiner TätigkeitAufträge, Verkäufe, Honorare, Provisionen
A2 – Privatentnahmen von WarenFalls du selbst Produkte nutzt, die du sonst verkaufst2 eigene T-Shirts aus deinem Shop
A3 – Sonstige betriebliche Einnahmenz. B. geschenkte Arbeitsmittel oder Rückvergütungenkostenfreier Laptop im Wert von 700 €
A4 – Zuwendungen von Drittenz. B. Geldgeschenke oder Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssenFörderung vom Gründerprogramm
A5 – Vereinnahmte UmsatzsteuerNur wenn du umsatzsteuerpflichtig bistUmsatzsteuer auf Rechnungen
A6 – Umsatzsteuer auf PrivatentnahmenGilt nur, wenn du der Kleinunternehmerregelung nicht unterliegstz. B. Umsatzsteuer auf selbst entnommene Ware
A7 – Vom Finanzamt erstattete UmsatzsteuerNur bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmenz. B. 150 € USt-Erstattung

Summe der Einnahmen (A1 bis A7): Das ist dein Brutto-Umsatz, mit dem weitergerechnet wird.

B – Angaben zu den Betriebsausgaben und zum Gewinn

Hier geht es um alle geschäftlich bedingten Ausgaben – ebenfalls monatsweise aufgeschlüsselt.

💡 Tipp: Die Ausgaben wirken sich direkt auf deinen anrechenbaren Gewinn aus. Je besser dokumentiert, desto fairer die Berechnung.

Wichtige Ausgabepositionen im Überblick:

FeldBeispielhafte Ausgaben
B1 – WareneinkaufRohstoffe, Handelswaren, Material
B2 – PersonalkostenLöhne, Sozialabgaben, auch Minijobs und Familienhilfe
B3 – RaumkostenMiete fürs Büro, Strom, Heizung (anteilig bei Homeoffice)
B4 – Betriebliche VersicherungenBetriebshaftpflicht, Rechtsschutz etc.
B5 – KraftfahrzeugkostenJe nach Nutzung: entweder als Betriebsausgabe (Fahrtenbuch!) oder pauschal (privates Auto: 0,10 €/km für betriebliche Fahrten)
B6 – WerbungWebsite, Google Ads, Flyer, Social Media
B7 – ReisekostenBahn, Bus, Übernachtung, Spesen (ohne Kfz, siehe B5)
B8 – Investitionenz. B. Laptop, Kamera – bitte separat belegen!
B9 – Investitionen mit ZuschüssenNur ausfüllen, wenn du z. B. Zuschüsse nach A4 erhalten hast
B10 bis B13Kleinkram wie Büromaterial, Telefon, Beratung, Fortbildung
B14 – SonstigesAlles, was sonst noch betriebsbedingt ist (z. B. Müllentsorgung, Bankgebühren)
B15 – SchuldzinsenNur die Zinsen aus betrieblichen Krediten (nicht Tilgung!)
B16 – Tilgung von DarlehenWird separat berücksichtigt
B17 – Gezahlte VorsteuerFalls du umsatzsteuerpflichtig bist
B18 – An das Finanzamt gezahlte UStMonatliche oder vierteljährliche Zahlungen ans Finanzamt

Berechnung des Gewinns

Am Ende der Seite rechnet das Formular automatisch:

Gewinn = Einnahmen (Summe A) – Ausgaben (Summe B)

Das Ergebnis ist dein vorläufiges oder tatsächliches Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit, das dann zur Berechnung deines Bürgergeld-Anspruchs dient.

„Zu allen Angaben solltest du – soweit möglich – Kopien der Belege sammeln: Rechnungen, Kontoauszüge, Mietverträge, Versicherungsnachweise, Fahrtenbuch etc. Viele Selbstständige denken allerdings, sie müssten bei der EKS jeden einzelnen Beleg sofort mit einreichen. Tatsächlich reicht es oft, wenn die Ausgaben plausibel aufgelistet sind und Belege erst auf Nachfrage vorgelegt werden. Wichtig ist, dass die Angaben nachvollziehbar und stimmig sind – dann fragt das Jobcenter meist gar nicht weiter nach.“
Robert, Accountable Steuer-Coach

EKS-Anlage ausfüllen: Teil 3: C – Absetzungen vom Einkommen / personenbezogene Ausgaben

In Teil C der EKS gibst du an, welche privaten Ausgaben du hast, die das Jobcenter vom Gewinn abziehen darf. Diese sogenannten „Absetzungen vom Einkommen“ reduzieren dein anrechenbares Einkommen – und können darüber entscheiden, ob (und wie viel) Bürgergeld du bekommst.

Du kannst hier auch regelmäßige Versicherungsbeiträge, Steuern oder Fahrtkosten zur Betriebsstätte eintragen. Wichtig ist: Die Ausgaben müssen belegt werden können und im Bewilligungszeitraum anfallen.

C1 – Einkommensteuervorauszahlungen oder -nachzahlungen

Wenn du als Selbstständige:r Einkommensteuer zahlst, trägst du hier die Höhe und den Zahlungsrhythmus ein:

  • Beispiel: 300 € vierteljährlich
  • Lege unbedingt deinen letzten Einkommensteuerbescheid oder den aktuellen Vorauszahlungsbescheid bei.

C2 – Pflichtbeiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung

Gib an, wie viel du monatlich für gesetzliche Pflichtversicherungen zahlst:

  • gesetzliche Krankenversicherung
  • gesetzliche Pflegeversicherung
  • Pflichtbeiträge zur Deutschen Rentenversicherung

👉 Beispiel: 480 € monatlich für KV/PV, 280 € für Rentenversicherung

C3 – Freiwillige oder private Kranken- und Pflegeversicherung

Wenn du privat versichert bist oder freiwillig in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlst, trägst du hier die Beiträge ein – z. B. für Selbstständige in der PKV.

➡️ Krankenversicherung für Selbstständige: Viele Optionen

C4 – Altersvorsorge

Hier kannst du bestimmte Vorsorgebeiträge eintragen, z. B.:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung
  • Beiträge zu kapitalbildenden Lebensversicherungen
  • Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken

Diese Ausgaben können das anrechenbare Einkommen weiter mindern – Nachweise sind wichtig!

C5 – Kfz-Haftpflichtversicherung

Falls du ein Auto besitzt, kannst du die Haftpflichtversicherung (nicht Vollkasko!) als notwendige Ausgabe geltend machen.

C6 – Weitere gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen

Hier kannst du z. B. angeben:

  • Berufshaftpflicht für bestimmte Berufe (z. B. Anwält:innen, Hebammen)
  • Kammerpflichtversicherungen

➡️ Alles über die Versicherung für Selbstständige

C7 – Geförderte Altersvorsorge („Riester“) nach § 82 EStG

Wenn du Riester-Verträge besparst, trag hier deine monatlichen oder jährlichen Beiträge ein. Die Förderung musst du nicht gesondert angeben – nur deine Einzahlungen.

C8 – Sonstige Absetzungen

Dazu gehören z. B.:

Gib die Art der Absetzung an und füge passende Nachweise bei.

C9 – Unterhaltsleistungen für minderjährige Kinder außerhalb deiner Bedarfsgemeinschaft

Wenn du z. B. ein Kind hast, das nicht mit dir zusammenlebt, und Unterhalt zahlst:

  • Name, Verwandtschaftsverhältnis und Betrag in Euro pro Monat
  • Nachweis: z. B. Unterhaltstitel + Kontoauszüge oder Überweisungsnachweis

C10 – Fahrtkosten zur Betriebsstätte (mit privatem Pkw)

Du nutzt ein privates Auto, um regelmäßig zur Betriebsstätte zu fahren? Dann gib an:

  • einfache Strecke in Kilometern (z. B. 12 km)
  • Anzahl der Arbeitstage pro Woche, an denen du dorthin fährst

Hinweis von Accountable: Das Jobcenter zieht pauschal 0,20 € pro Entfernungskilometer und Arbeitstag ab. Du kannst auch höhere Ausgaben geltend machen – dann aber mit Belegen!

C11 – Mehraufwand für Verpflegung bei täglicher Abwesenheit von über 12 Stunden

Wenn du an bestimmten Tagen länger als 12 Stunden außer Haus warst (z. B. bei Messen, Kundenbesuchen), kannst du Verpflegungsmehraufwand geltend machen:

  • Gib die Anzahl der Tage pro Monat an (z. B. 4 Tage im April)
  • Voraussetzung: Keine doppelte Haushaltsführung

Abschluss des Abschnitts C

Am Ende des Abschnitts wird die Summe deiner personenbezogenen Ausgaben im Bewilligungszeitraum berechnet.

📌 Diese Summe wird vom vorher berechneten Gewinn abgezogen, bevor das Jobcenter prüft, wie viel dir ggf. an Leistungen zusteht.

„Ein häufiger Fehler ist, private Ausgaben als Betriebsausgaben anzugeben – zum Beispiel das Handy oder den Internetanschluss ohne Aufteilung. Das Jobcenter prüft solche Angaben genau. Wer sauber trennt und realistische Zahlen angibt, vermeidet unnötige Rückfragen oder Kürzungen.“
Robert, Accountable Steuer-Coach

EKS-Beispielrechnung: Bürgergeld für Selbstständige mit geringem Einkommen

Ausgangslage

  • Antrag: vorläufige EKS
  • Zeitraum: 01.04.2025 – 30.09.2025 (6 Monate)
  • Tätigkeit: Freie:r Grafikdesigner:in
  • Keine Zuschüsse, kein Personal, keine Darlehen

1. Einnahmen (Summe A1–A7)

MonatEinnahmen (netto)
April950 €
Mai1.200 €
Juni600 €
Juli800 €
August1.100 €
September950 €
Gesamt:5.600 €

2. Ausgaben (Summe B1–B18)

PostenBeschreibungSumme
B1 – WareneinkaufAdobe Creative Cloud & Fonts360 €
B3 – RaumkostenAnteil Miete & Nebenkosten Homeoffice900 €
B4 – VersicherungenBetriebshaftpflicht180 €
B6 – WerbungPortfolio-Website, Hosting240 €
B10 – BüromaterialPapier, Druckerpatronen60 €
B11 – Telefongeschäftlicher Anteil Handyvertrag180 €
B14 – SonstigesBankgebühren, Zoom-Abo80 €
Gesamtausgaben
2.000 €

3. Vorläufiger Gewinn

5.600 € Einnahmen – 2.000 € Ausgaben = 3.600 € Gewinn

4. Abzüge (Abschnitt C – personenbezogene Ausgaben)

PostenBeschreibungSumme
C2 – Kranken-/Pflegeversicherunggesetzlich freiwillig versichert480 €/Monat × 6 = 2.880 €
C4 – Altersvorsorgegesetzl. Rentenversicherung280 €/Monat × 6 = 1.680 €
Summe Abzüge:
4.560 €

5. Einkommen nach Abzügen

3.600 € – 4.560 € = 0 €

👉 Du bist im Minus – es bleibt kein anrechenbares Einkommen übrig. Du hast also Anspruch auf volle Leistungen durch das Jobcenter (Miete, Regelsatz etc.).

6. Was, wenn du nicht alles absetzen kannst?

Nehmen wir an, das Jobcenter erkennt nur die KV/PV als Abzug an:

  • 3.600 € – 2.880 € = 720 € verbleibender Gewinn

Dann greift der Freibetragsmechanismus:

  • Grundfreibetrag: 6 × 120 € = 720 €
  • ➤ Du darfst den gesamten Gewinn behalten, und es wird nichts angerechnet

Fazit dieser Beispielrechnung:

Schon bei einem monatlichen Gewinn von 600 € oder weniger kannst du vollen oder teilweisen Anspruch auf Bürgergeld haben – besonders, wenn du deine Versicherungen selbst trägst.

tino author

Autor - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

Wer ist Tino ?

Hast du gefunden, was du gesucht hast?

Das könnte dich auch interessieren

Brutto- und Netto-Einkommen für Selbstständige

Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...

Mehr erfahren

Was kann man als Selbstständiger von der Steuer absetzen?

Ach ja, die Steuer. Hass-Thema eines jeden Selbstständigen und doch muss man sich mindestens einmal...

Mehr erfahren

Steuer-Ratgeber für Selbstständige: Diese Abgaben kommen auf dich zu

Der Start in die Selbstständigkeit bringt finanzielle Risiken, hohe Arbeitsbelastung und das komple...

Mehr erfahren

Helpful links