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Altersvorsorgedepot 2027: Förderung, ETFs und Vorteile einfach erklärt

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: August 20, 2026

Lesezeit: 5 Minuten

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Das Altersvorsorgedepot soll ab dem 1. Januar 2027 eine neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge ermöglichen. Anders als bei klassischen Riester-Verträgen soll ein Depot ohne Beitragsgarantie möglich sein. Dadurch können geförderte Beiträge in renditeorientierte Anlagen wie Fonds investiert werden. Stand: 20. August 2026, Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

Für Selbstständige ist die Reform besonders interessant: Künftig sollen auch bestimmte selbstständig Erwerbstätige unmittelbar förderberechtigt sein. Dazu gehören grundsätzlich Gewerbetreibende nach § 15 EStG sowie bestimmte Freiberufler nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG, sofern sie eine Steuererklärung abgegeben haben.

Key Takeaways

  • Das Altersvorsorgedepot soll ab 2027 eine neue Form der Altersvorsorge ermöglichen.
    Ab dem 1. Januar 2027 sollen staatlich geförderte Beiträge auch ohne Beitragsgarantie am Kapitalmarkt investiert werden können. Stand: 20. August 2026 ist das Gesetz noch nicht endgültig verabschiedet.
  • Bis zu 540 € Grundzulage pro Jahr sind möglich.
    Auf die ersten 360 € Eigenbeitrag gibt es 50 Cent Zulage pro Euro. Für weitere 1.440 € sind es 25 Cent pro Euro. Zusätzlich sind bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind vorgesehen.
  • Auch viele Selbstständige sollen künftig förderberechtigt sein.
    Die Reform soll erstmals bestimmte Gewerbetreibende und Freiberufler direkt in die staatlich geförderte Altersvorsorge einbeziehen. Entscheidend sind unter anderem die Einkünfte nach § 15 oder § 18 EStG.
  • Ein Altersvorsorgedepot bietet Förderung, ein normales ETF-Depot mehr Flexibilität.
    Das Altersvorsorgedepot kann durch Zulagen attraktiv sein, während ein normales ETF-Depot grundsätzlich flexibler verfügbar bleibt. Welche Lösung besser passt, hängt deshalb von Anlageziel, Förderberechtigung und gewünschter Flexibilität ab.
  • Mit dem ETF-Rechner von Accountable kannst du deine Altersvorsorge konkret planen.
    Berechne verschiedene Sparraten, Laufzeiten und Renditeannahmen und sieh, welches Vermögen du mit einem ETF-Sparplan langfristig aufbauen könntest. So bekommst du eine konkrete Grundlage für deine persönliche Vorsorgeplanung.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich geförderter Altersvorsorgevertrag, bei dem künftig auch eine Anlage ohne Beitragsgarantie möglich sein soll. Das Depot kann Fonds und andere zugelassene Anlageklassen enthalten. Die Förderung erfolgt über staatliche Zulagen und den bestehenden steuerlichen Fördermechanismus.

Das Altersvorsorgedepot ist nicht einfach ein normales ETF-Depot mit staatlichem Bonus. Das Kapital wird innerhalb eines zertifizierten Altersvorsorgevertrags angespart. Für die Anlage gelten deshalb besondere gesetzliche Vorgaben.

Altersvorsorgedepot 2027: Die wichtigsten Fakten

MerkmalGeplante Regelung
Start1. Januar 2027
Grundzulagebis zu 540 € pro Jahr
Kinderzulagebis zu 300 € pro Kind und Jahr
Geförderter Eigenbeitragbis zu 1.800 € pro Jahr
Maximale Einzahlung6.840 € pro Jahr
StandardproduktEffektivkosten maximal 1,0 % pro Jahr
BeitragsgarantieBeim Depot ohne Garantie nicht vorgesehen
SelbstständigeBestimmte Selbstständige sollen erstmals unmittelbar förderberechtigt sein

Die genannten Regelungen stammen aus dem aktuellen Regierungsentwurf und können sich im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch ändern.

Wie hoch ist die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Die geplante Grundzulage beträgt 50 Cent für jeden eingezahlten Euro bis 360 € Eigenbeitrag pro Jahr. Für weitere 1.440 € Eigenbeitrag von 361 € bis 1.800 € beträgt die Zulage 25 Cent pro Euro. Dadurch sind maximal 540 € Grundzulage pro Jahr möglich.

Für Kinder ist zusätzlich eine Kinderzulage vorgesehen. Ein zulageberechtigter Elternteil erhält 1 € Kinderzulage je eigenem Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 300 € pro Kind und Jahr. Die maximale Kinderzulage beträgt damit 300 € pro Kind und Jahr.

Wer vor dem 25. Geburtstag einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag abschließt, soll zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 € erhalten.

Für die Grundzulage ist eine unmittelbare Förderberechtigung und grundsätzlich ein eigener Beitrag von mindestens 120 € pro Jahr vorgesehen. Das entspricht 10 € pro Monat.

Wie viel Geld kann ich mit einem ETF fürs Alter aufbauen?

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Wie stark ein ETF-Sparplan wächst, hängt vor allem von Sparrate, Laufzeit und Wertentwicklung ab. Ein Beispiel mit 200 € monatlicher Sparrate über 30 Jahre kann deshalb deutlich anders ausfallen als ein Beispiel mit 100 € über 20 Jahre.

Mit dem ETF-Rechner von Accountable kannst du verschiedene Sparraten, Laufzeiten und Renditeannahmen durchspielen. So siehst du direkt, wie sich regelmäßige ETF-Investitionen langfristig auf dein voraussichtliches Vermögen auswirken.

Tipp: Berechne zuerst, welches Vermögen du mit einem normalen ETF-Sparplan aufbauen könntest. Anschließend kannst du die staatliche Förderung des geplanten Altersvorsorgedepots als zusätzlichen Faktor betrachten.

Sind ETFs im Altersvorsorgedepot möglich?

Ja, ein Altersvorsorgedepot soll Anlagen in Fonds und weitere gesetzlich zugelassene Anlageklassen ermöglichen. Ein Altersvorsorgedepot ist deshalb nicht auf klassische Garantieprodukte beschränkt. Welche konkreten ETFs und Fonds angeboten werden, hängt von den gesetzlichen Vorgaben und dem jeweiligen Anbieter ab.

Wichtig ist der Unterschied zwischen einem normalen ETF-Depot und einem geförderten Altersvorsorgevertrag. Beim normalen ETF-Depot entscheidest du frei über Anbieter und Anlagen. Beim Altersvorsorgedepot erhältst du dafür eine staatliche Förderung, unterliegst aber den Regeln des geförderten Vertrags.

Was ist besser: Altersvorsorgedepot oder normales ETF-Depot?

Ein Altersvorsorgedepot kann durch die staatliche Förderung attraktiv sein. Ein normales ETF-Depot bietet dagegen mehr Flexibilität beim Zugriff auf das investierte Kapital.

AltersvorsorgedepotNormales ETF-Depot
Staatliche Zulagen vorgesehenKeine staatlichen Zulagen
Kapital für Altersvorsorge gebundenKapital grundsätzlich flexibel verfügbar
Gesetzliche Vorgaben für förderfähige AnlagenFreie Auswahl innerhalb des Depotangebots
Nachgelagerte Besteuerung vorgesehenBesteuerung laufender und realisierter Kapitalerträge
Förderung kann besonders für Familien und bestimmte Selbstständige interessant seinEinfacher und flexibler Vermögensaufbau

Du bist dir noch nicht sicher, wie viel du monatlich für die Altersvorsorge sparen solltest? Mit dem ETF-Rechner von Accountable kannst du verschiedene Sparraten und Laufzeiten vergleichen und sehen, wie sich die Unterschiede langfristig auf dein Vermögen auswirken.

💡Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur „Was bringt mehr Rendite?“, sondern auch „Wie wichtig sind mir staatliche Förderung und Flexibilität?“

👉 Erfahre, wie du deine Beiträge in der Steuererklärung angeben kannst.

Was ändert sich beim Altersvorsorgedepot für Selbstständige?

Bestimmte Selbstständige sollen mit der Reform erstmals unmittelbar förderberechtigt werden. Dazu gehören grundsätzlich Gewerbetreibende mit Einkünften nach § 15 EStG sowie bestimmte Freiberufler mit Einkünften nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG, wenn sie eine Steuererklärung abgegeben haben.

Damit richtet sich die neue Förderung nicht nur an Arbeitnehmer. Auch viele Freelancer, Gewerbetreibende und andere selbstständig Tätige sollen Zugang zur geförderten privaten Altersvorsorge erhalten.

Nicht jeder Selbstständige ist automatisch unmittelbar förderberechtigt. Die konkrete Einordnung hängt von der Art der Einkünfte und den weiteren gesetzlichen Voraussetzungen ab.

Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot kann besonders interessant sein, wenn du langfristig fürs Alter sparen möchtest und von staatlichen Zulagen profitieren kannst. Familien können zusätzlich von der Kinderzulage profitieren. Selbstständige erhalten durch die geplante Ausweitung der Förderberechtigung eine neue Möglichkeit der staatlich geförderten Altersvorsorge.

Ein langer Anlagehorizont ist bei einer kapitalmarktorientierten Altersvorsorge besonders relevant. Je länger das Geld investiert bleibt, desto länger können Erträge wieder investiert werden.

Das Altersvorsorgedepot ist trotzdem nicht automatisch die beste Lösung für jeden Anleger. Ein normales ETF-Depot kann sinnvoller sein, wenn dir der jederzeitige Zugriff auf dein Kapital wichtiger ist als die staatliche Förderung.

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Bestehende Riester-Verträge sollen grundsätzlich weitergeführt werden können. Ein Wechsel von einem bestehenden Riester-Vertrag in die neue Produktwelt soll ebenfalls möglich sein. Bereits gefördertes Altersvorsorgevermögen kann dabei nicht im selben Jahr erneut gefördert werden. Ein Anbieterwechsel kann außerdem Kosten verursachen.

Ein bestehender Riester-Vertrag muss deshalb nicht automatisch gekündigt werden, sobald das Altersvorsorgedepot verfügbar ist. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt unter anderem von den bisherigen Vertragskosten, dem vorhandenen Guthaben und den Bedingungen des neuen Vertrags ab.

Wie wird das Altersvorsorgedepot versteuert?

Die geplante Reform behält das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung bei. Beiträge und Erträge werden während der Ansparphase steuerlich gefördert beziehungsweise steuerlich nicht laufend belastet. Die Leistungen werden grundsätzlich in der Auszahlungsphase besteuert.

Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich damit von einem normalen ETF-Depot. Bei einem normalen Depot können beispielsweise realisierte Kursgewinne und Kapitalerträge bereits während der Ansparphase steuerliche Folgen haben.

Wann kommt das Altersvorsorgedepot?

Der Start des neuen Systems ist für den 1. Januar 2027 geplant. Stand 20. August 2026 ist das Gesetzgebungsverfahren jedoch noch nicht abgeschlossen. Die konkreten Regelungen können sich daher bis zum Inkrafttreten noch ändern.

Wer bereits heute fürs Alter mit ETFs spart, muss deshalb nicht auf das Altersvorsorgedepot warten. Mit einem ETF-Rechner lässt sich zunächst berechnen, welches Vermögen mit der eigenen Sparrate und einem bestimmten Anlagehorizont entstehen könnte.

Berechne dein voraussichtliches ETF-Vermögen mit dem ETF-Rechner von Accountable und vergleiche verschiedene Sparraten und Laufzeiten.

Rechtsstand

Stand: 20. August 2026. Das Altersvorsorgedepot ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht geltendes Recht. Die dargestellten Förderbeträge und Voraussetzungen basieren auf dem aktuellen Stand der Regierungsentwürfe und den Informationen des Bundesministeriums der Finanzen. Änderungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren sind möglich.

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Versicherungen für Selbstständige: Welche Absicherung ist sinnvoll?

Welche Versicherungen brauchen Selbstständige wirklich? Das hängt unter anderem von Tätigkeit, Einkommen und persönlichen Risiken ab. Im Video erfährst du, welche Versicherungen für Selbstständige besonders wichtig sind, wann sich Berufshaftpflicht oder Berufsunfähigkeitsversicherung lohnen und welche Versicherungsbeiträge steuerlich absetzbar sein können.

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Autor:in - Sophia Merzbach

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